Allgemeines Wissen über Verhalten und Bewegung
Volierenhaltung
oder Freiflug??
Was frisst der Pfau?
Was sollte angeboten werden!
Gesundheitsfrage?
Auf was muss geachtet werden!
Der Pfau, trotz seiner exotischen und bunten Erscheinung, erweist sich als pflegeleicht und robust, ohne besondere Ansprüche an seinen Halter zu stellen. Sowohl die Haltung in Volieren als auch der Freiflug sind möglich.
Seit Jahrtausenden werden Pfauen in Parks, auf Höfen und in Schlossgärten von Kaisern und Königen als besondere Ziervögel gehalten. Besonders beeindruckend ist der radschlagende Pfauenhahn mit seinem auffälligen, schillernden Federkleid, das zahlreiche schöne Augenmuster zeigt. Doch auch die Pfauenhenne ist keineswegs weniger attraktiv. Die Natur hat entschieden, dass die Henne die Eier bebrütet und sich dabei in ihrem Versteck unauffällig verhält – ein cleverer, artenschutzbewahrender Schachzug der Evolution. Bei vielen Farbschlägen sind die Hennen allerdings auffällig und tragen im Kopf-Hals-Bereich ein schillerndes Federkleid.
Alle Farbschläge des blauen Pfaues sind winterhart – sie überstehen Temperaturen bis etwa -20 °C! Diese Farbschläge sind natürliche Mutationen, die in der Natur vorkommen und sich nicht vom wildfarbigen indischen blauen Pfau unterscheiden. Die Erhaltung dieser Mutationen ist die züchterische Kunst des Menschen.
Eine Ausnahme bildet der farbenprächtige Grüne Pfau oder Ährenträgerpfau (Pavo muticus), der nicht winterhart ist und im Winter einen beheizten Stall benötigt.
Unsere Pfauen halten wir in einer großen, offenen Voliere mit einem geschützten Raum, in dem sie nächtigen könnten – was sie jedoch meistens vermeiden. Stattdessen ziehen sie es vor, im Freien zu schlafen und scheuen sich nicht, bei Wind und Wetter, Schnee und Regen auf ihrem Schlafast zu nächtigen und den Elementen zu trotzen. Sie entscheiden selbst, was sie tun möchten. Ich kann nur bestätigen, wie robust dieser außergewöhnliche, wunderschöne Ziervogel wirklich ist.
Artgerecht sollte der Pfau mindestens paarweise gehalten werden; je größer die Gruppe, desto natürlicher und besser ist es sowohl für die Tiere als auch für den Halter. In ihrem Heimatland lebt der Pfau in Verbänden von bis zu 50 Tieren, wobei die Anzahl der Hähne deutlich überwiegt. Es ist möglich, eine reine Hähnegruppe, eine reine Hennen-Gruppe oder auch eine Harem-Gruppe zu halten. Die Hähne verstehen sich untereinander sehr gut, sodass eine reine Hähnegruppe unproblematisch gehalten werden kann.
Eine Einzelhaltung ist nicht artgerecht und keinesfalls erstrebenswert! Ein einzelner Pfau ist ein trauriger Pfau!
Die Voliere sollte großzügig dimensioniert sein. Gemäß der aktuellen zweiten Tierschutzverordnung sind mindestens 18 m² Grundfläche und eine Höhe von 3 m für ein Paar Pfaue erforderlich. Zudem sollten die Voliere mit höheren Sitzästen zum Aufbaumen, einem geschützten Unterstand, einer Wasserstelle sowie mit einem Futterautomaten ausgestattet sein, der mit Körnerfutter bestückt wird. Natürlicher Boden ist unerlässlich; Rasen ist ideal. Das Gras wird gerne gefressen, sodass sich die Tiere teilweise selbst versorgen können, ohne dass der Halter täglich Salat oder Grüngemüse liefern muss – zumindest in den warmen Monaten.
In einer Voliere können auch mehrere Hähne gehalten werden! Prinzipiell existiert eine Rangordnung innerhalb der Gruppe. Zu Beginn der Brutzeit kann es vorkommen, dass die Hähne ihre Rangordnung neu definieren. Dies kann durch gegenseitiges Verfolgen, Kreisen und Annähern geschehen, ohne dass einer verletzt wird! Der Unterlegene oder "Verlierer" eines Duells rutscht im Rang nach unten und weicht dem höher gestellten Hahn aus, bis die Balzzeit vorbei ist. Danach sitzen die Streithähne bis zum nächsten Jahr friedlich nebeneinander.
Wie bereits erwähnt, kann der Pfau auch in Freiheit gehalten werden, wobei er sich seinen Schlafbaum selbst auswählt. Er versorgt sich eigenständig mit Futter und Wasser, das er intuitiv findet; im Zweifelsfall ist auch die Wasserschüssel der Nachbarskatze akzeptabel. Obststräucher oder Balkonblumen von Nachbarn sind ebenfalls beliebte Futterquellen. Ein guter Kontakt zu den Nachbarn ist empfehlenswert, da die wunderschön blühenden Begonien die Tiere magisch anziehen.
Es wäre vorteilhaft, die Tiere gelegentlich mit Futter in der Nähe des Menschen zu versorgen, denn frei gehaltene Pfaue verwildern schnell, wenn sie sich allein überlassen sind. Sie sind sehr aufmerksam hinsichtlich von Feinden und erweitern ihr Revier ständig, wobei sie sich oft bis zu einem Kilometer vom Zuhause entfernen. Ein nahegelegener Hühnerstall wird gern besucht, da dort reichlich Futter vorhanden ist. Hat der Pfau einmal seine Umgebung erkundet, findet er in der Regel auch wieder nach Hause. Oft sind die Tiere auch tagelang unterwegs und erscheinen unerwartet wieder. Wenn der Pfau doch nicht mehr nach Hause findet, kann das verschiedene Gründe haben: Möglicherweise wurde er erschreckt und floh in ein ihm unbekanntes Gebiet oder verließ bewusst sein Zuhause, um eine attraktivere Umgebung oder eine Henne zu suchen. Letzteres geschieht oft, wenn nur Hähne oder ein einzelner Hahn gehalten werden. Für die Liebe begibt sich der Pfauenhahn auf Reisen.
Sollten bereits Hühner im Haushalt vorhanden sein, bleibt der Pfau oft gerne in Gesellschaft seiner gefiederten Freunde. Dies sollte jedoch nicht als Rechtfertigung für eine Einzelhaltung gewertet werden.
Mit einer Kornmischung für Hühner oder Fasane sowie zusätzliches Pelletsfutter für Fasane hat der Pfau alles was er grundsätzlich braucht.
Sehr gerne werden auch ausgelöste Sonnenblumenkerne und im Winter Erdnüsse genommen. Meine Tiere fliegen darauf, einmal mit dem Behälter scheppern und sie sind schon bei mir.
Wenn sich der Pfau nicht an diversem Futter selbst bedienen kann, braucht er die tägliche Fütterung mit Gemüse und Obst.
Weiters ist eine gute Eiweissquelle in Form von z. Bsp. gekochten Eiern oder Käse wichtig.
Das Thema Gesundheit ist beim Pfau viel diskutiert, auch weil es sehr wenige Tierärzte in Österreich gibt die sich wirklich mit so einem Exoten auskennen. Grundsätzlich sind die Tiere sehr Krankheitsresistent und ausgesprochen zäh. Der Tierarzt wird selten benötigt, wenn doch ein akuter Krankheitsfall eintritt, sollte rasch gehandelt werden, da der Pfau als Wildtier eine gesundheitliche Einschränkung sehr gut verbergen kann. In diesem Fall ist unbedingt ein Geflügeltierarzt aufzusuchen !
Das Thema Kokzidiose ist jedem Geflügelhalter bekannt. Pfauen werden gegen Krankheiten, so wie Hühner nicht geimpft. Kokzidiose ist eine parasitäre Erkrankung und Kokzidien sind im Erdboden vorhanden! Jeder Pfau der in Kontakt mit dem Erdboden kommt, bekommt Kokzidien, nur bei einem gesunden, fitten Tier kann die Krankheit nicht ausbrechen und den Pfau schwächen.
Das ist im übrigen auch eine Grund warum ich meine Jungpfauen erst später vergebe, dann ist die heikelste Zeit bereits überstanden und die Tiere konnten ihr Immunsystem stärken.